geschafft

Wir sind in der neuen Wohnung meines Wandersmannes, die Möbel stehen an ihrem Platz (hat was gedauert, weil es so, wie es geplant war, gar nicht aussah und das fröhliche Möbelrücken zu unserer Hauptbeschäftigung wurde), die großen Bilder hängen, alle Schränke hängen, jetzt müssen „nur“ noch die Kartons ausgepackt werden. Und die Küche, da sind Umbauten erforderlich, sonst passt die Spülmaschine nicht rein und das geht gar nicht 😜

Derzeit bleibt viel liegen, ich würde so gerne wieder einen PodCast aufnehmen, würde so gerne weiter schreiben, aber wir wollen endlich fertig werden, wollen den Sommer auf dem neuen Balkon genießen, wollen endlich die neue Wohnung komplett haben. Wer kennt das nicht, dieses Gerödel, wenn man endlich in der neuen Wohnung angekommen ist. Je älter man wird, desto mehr Plörren hat man. Ich weiß noch, meinen ersten Umzug, den konnte ich mit einem VW-Bus bewerkstelligen 😉 und dann kommt das Leben und kommt dies dazu und jenes und welches und der Keller wird voll und voller und… dann weiß man nicht wohin mit dem ganzen Zeug.

In meiner Kindheit, als diese Bezeichungsnägel noch regelmäßig auf Strommasten angebracht wurden, man nannte sie auch Einschlagmarken, da hatte niemand so viele Plörren. Das Wohnzimmer meiner Großeltern sah so aus: ein Wohnzimmerschrank an der einen Wand, das Sofa gegenüber an der anderen, davor der Tisch, über dem eine Lampe hing und wo es regelmäßig die Geburtstagskuchen gab, zwei kleine Sessel rechts und links neben einem kleinen Nierentisch, eine Tütenstehlampe, ein Phonomöbel mit Fernseher und Radio, ein Bild über dem Sofa und eine Blume auf der Fensterbank, das klassische Usambaraveilchen, in der Ecke der Kohleofen und daneben ein Stuhl, wo ich regelmäßig zum trocknen hingesetzt wurde, das war’s. Das ganze Zimmer hatte zwei Steckdosen, damals noch aus Bakelit, eine für die Tütenlampe, die andere für das Radio und als dann noch der Fernseher hinzu kam, gab es diese Mehrfachsteckdosen, bei denen jeder Elektriker heute Schnappatmung bekäme.

Im Wohnzimmerschrank war Omas Lammfellmantel „für gut“, den sie nur anzog, wenn sie in die Stadt fuhr, und das war sehr selten. Darum wurde er auch mit Mottenkugeln bedacht und stank. Omas Fahrten in die Stadt waren niemals unvorhergesehen, sie wurden tage- wenn nicht wochenlang vorher geplant und so holte sie diesen Mantel tags zuvor aus dem Schrank, damit das Mottenkugelgestinke verschwand. Damals war alles irgendwie weniger. Wo sollten sie das Zeug auch herhaben? Es gab noch kein Amazon, alles wurde lange geplant und sorgfältig ausgesucht. Ich weiß noch, wie ein neuer Teppich gekauft wurde, ich durfte mit, Oma hatte wieder den Mantel „für gut“ an, Opa auch, meine Eltern brachten sie in ein Teppichgeschäft in Düsseldorf. Und dort wurde dann ausgesucht und das dauerte lange. Bis der richtige gefunden und bezahlt wurde und Tage später geliefert.

Heute setzt man sich aufs Sofa, klickt ein wenig herum und einen Tag später hält DHL vor der Türe und liefert den Teppich ab. Ist das eine Errungenschaft? Für Jeff Bezos sicherlich, der ist damit Zilliardär geworden, aber für uns? Ich bin mir da nicht so sicher.

Heute jedenfalls wird Kartonpause gemacht, die Kinder kommen und es wird gegrillt. Der Balkontisch wurde gestern… Amazon… DHL… 😉

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