grenzenlos

Derzeit erleben wir eine Situation, die wir so noch nicht kannten. Viel gelesen habe ich darüber, aber wirklich betraf es mich nie. Und ich dachte auch nicht, dass es mich mal so betrifft. Es geht um Kinder und Internet.

Wir sind in Urlaub. Mit dabei ist ein Kind von 10 Jahren, was keine Beschränkungen hat für das Handy. Surfen, wann immer es will, was es will, einen NetFlix-Account für Erwachsene, um auch Folgen gucken zu können, die es auf dem Kinder-Zugang nicht gibt. Internationale und vermutlich unbegrenzte Handy-Flat, um auch ohne WLan surfen zu können.

Alles ist möglich. Alles wird gemacht. Grenzenlos.

Die Grenzenlosigkeit endete zu Beginn des Urlaubs, denn bei uns gibt es für die Enkel nur einen zeitweisen und auch nur einen sehr beschränkten Zugang. Wir reden hier von Kindern, die 10 Jahre alt sind! Voraussetzung war also, dass sich auch Besuchskinder daran halten müssen. Sonst ist ein gemeinsamer Urlaub nicht möglich, unahängig davon, was zu Hause erlaubt ist.

So weit, so gut. Genöle, weil wir die Handys einkassierten und nur zu den vereinbaren Zeiten rausrückten, aber, das wissen wir alle, so ein Kinderleben kann hart sein und alle anderen dürfen immer viiiiiiiiieeeeel mehr 😉

Tja und dann entdeckte ich, dass das Besuchskind Squid-Game guckt, natürlich gucken dann alle mit. Und dann war es ganz vorbei mit der Grenzenlosigkeit, die Teile wurden einkassiert und sind seitdem unter Verschluss und mit der Urlaubsruhe war es vorbei.

Ich bin immer noch fassungslos. FASSUNGSLOS. Nicht, dass die Kinder das gucken, denn wenn man sie lässt, gucken sie alles, vor allem, wo in der Schule dieser Squid-Scheiß (sorry!) in aller Munde ist und alle es gucken wollen. Fassungslos bin ich über Eltern, die keine Kontrolle ausüben, denen es offensichtlich egal ist, was ihre Blagen da so treiben.

Es geht mir nicht um unsinnige Verbote, es geht mir darum, die Kinder zu schützen vor diesen Dingen.

Nur zur Erinnerung:

Die koreanische Serie Squid Game handelt von einer Gruppe aus 456 verschuldeten Menschen, die das Angebot erhalten, durch die Teilnahme an Kinderspielen einen Millionenbetrag zu gewinnen. Der Einsatz ist hoch, denn wer es nicht innerhalb der zuvor definierten Zeit in die nächste Runde schafft, wird erschossen. Am Ende bleiben 2 Spieler übrig, die sich bis auf den Tod bekämpfen müssen. Die Mischung aus Gewalt, Sadismus, Organhandel und kindlichen Spielen wirkt besonders verstörend, weil es sich nicht um eine „abstrakte“ Geschichte, sondern um eine sehr real wirkende Situationen handelt.

Und das lasse ich mein 10jähriges Kind gucken? Geht’s noch?

Hier eine informative Seite einer Mutter, die sich darüber Gedanken gemacht hat. Unten drunter ist ein Kommentar einer 13jährigen, die die Serie gar nicht so schlimm findet.

Meine Fassungslosigkeit wird immer größer. Ich war mit diesem Thema wirklich bislang nicht vertraut, die Kinder meines Wandersmannes nehmen ihren Erziehungsauftrag sehr ernst und so darf die Enkeline genau das, was eine 10jährige dürfen darf, wenn sie darf 😉 und natürlich ist Eltern-Software installiert, damit sichergestellt ist, dass auch nicht mehr passiert, als vereinbart. Und selbstverständlich werden die Handys abends einkassiert, ich gehe ja auch nicht mit meinem Fernseher schlafen 😉

Tja, das war der letzte Urlaub dieser Art. Grenzenlosigkeit wird keinen Platz mehr haben, weder am Meer noch sonstwo!

Hier sitze ich übrigens und berichte Euch:

grenzenlos

 

 

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