völlig ausgebucht

Nach nur 10 Monaten erhielt mein Wandersmann eine Kündigung wegen Eigenbedarf. Corona als Begründung, doch wir wissen mittlerweile, dass die Kinder ein Spielzimmer brauchen und es überhaupt so einige Unstimmigkeiten gibt. Doch ich will mich nicht ärgern, es ist vorbei und es ist gut so, weil:

Taupunktunterschreitung

So heißt das, laut meines Kumpels, der Gutachten über sowas erstellt und der Ahnung davon hat: Taupunktunterschreitung. Da stand der Kleiderschrank, einige Kleidungsstücke sind hinüber und wenn er jetzt nicht ausgezogen wäre, dann wäre es richtig heftig geworden.

Zum Glück kam alles anders als geplant und zum Glück haben wir auch sofort eine neue Wohnung gefunden, an der Ruhr, in Kettwig, sonnig und hell und der Ausblick ebenso wundervoll wie im Vogelsangbachtal.

Der Ausflug in die Welt der Schönen und Reichen war lehrreich, wir wissen nun, was ein Infinity-Pool ist, dass dieser ein eigenes Pumpenhaus braucht, damit man nichts hört außer dem Plätschern des Wassers in die Unendlichkeit, wir wissen, dass ein Poolroboter selbständig die Wände hochkrabbeln kann, dass Handwerker grundsätzlich nichts taugen, wie viel Personal es benötigt, einen 4-Personen-Haushalt einigermaßen am Laufen zu halten, welche Bäume am besten an Hängen gepflanzt werden, dass Grillabende ohne eine eigene Outdoorküche kaum zu bewerkstelligen sind, wie viel leere Amazonkartons man wöchentlich in einer Garage stapeln kann, bevor diese kaum noch zugeht, wir wissen so manches, und dazu gehört auch: haben kommt von halten.

Diesen Satz sagte der schwerreiche Vermieter allen ernstes meinem Wandersmann, als dieser anmerkte, er werde sich doch nach so einer kurzen Zeit sicherlich an den Umzugskosten beteiligen. Haben kommt von halten und das heißt, was man nicht bezahlen muss, bezahlt man auch nicht. Und beteiligen muss er sich nicht, also beteiligt er sich nicht.

Nein, es ist nicht meine Welt, sind nicht meine Menschen, im Grunde haben wir kaum was gemein. Haben kommt von halten. Nun denn, soll er halten, hoffentlich steht er nicht eines Tages mit vollen Taschen und leeren Händen da. Ich werde es vermutlich nie erfahren. Und eigentlich will ich es auch nicht wissen.

Wir sind jedenfalls völlig ausgebucht, unsere Tage sind voll: bohren, räumen, sortieren, aufhängen, unterbringen… und das alles ohne Taupunktirgendwas und sonstigem Roboterkram 😉

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